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Heparin-Dosierungsrechner

Gewichtsbasierte IV-Heparin-Dosierung mit Bolus, Infusionsrate und aPTT-Anpassungsnomogramm.

Initialdosierung

Gewicht eingeben, um die Heparin-Dosierung zu berechnen.

aPTT-Dosisanpassung

aPTT-Ergebnis eingeben für Dosisanpassung gemäß Raschke-Nomogramm.

aPTT-Nomogramm Referenz

aPTT (Sekunden) Re-Bolus Ratenänderung Pause
< 35 80 E/kg ↑ Erhöhung um 4 E/kg/h Nein
35–45 40 E/kg ↑ Erhöhung um 2 E/kg/h Nein
46–70 Keine Keine Änderung (therapeutisch) Nein
71–90 Keine ↓ Reduktion um 2 E/kg/h Nein
> 90 Keine ↓ Reduktion um 3 E/kg/h 1 Stunde pausieren

Haftungsausschluss: Nur zu Ausbildungszwecken. Kein Ersatz für klinisches Urteilsvermögen. Überprüfen Sie stets das Heparin-Protokoll und die Apothekenrichtlinien Ihrer Einrichtung.

Über dieses Tool

Was ist das gewichtsbasierte Heparin-Dosierungsprotokoll?

Das gewichtsbasierte Heparin-Dosierungsprotokoll, ursprünglich von Raschke et al. 1993 validiert, berechnet den initialen IV-Heparin-Bolus und die Dauerinfusionsrate basierend auf dem Patientengewicht. Dieser Ansatz erreicht eine therapeutische Antikoagulation schneller und zuverlässiger als fixdosierte oder empirische Nomogramme. Das Protokoll beinhaltet ein strukturiertes aPTT-basiertes Dosisanpassungsnomogramm zur Titration der Infusion auf den therapeutischen Zielbereich.

Wann wird die gewichtsbasierte Heparin-Dosierung angewendet?

Gewichtsbasiertes IV-Heparin ist indiziert für die Akutbehandlung venöser Thromboembolien (TVT und LE), akuter Koronarsyndrome (instabile Angina pectoris, NSTEMI) und anderer Erkrankungen, die eine rasche therapeutische Antikoagulation erfordern, wie z. B. Bridging bei mechanischen Herzklappenprothesen. Zur VTE-Prophylaxe bei hospitalisierten Patienten wird stattdessen eine fixe subkutane Dosis von 5.000 Einheiten alle 8–12 Stunden verwendet.

TVT/LE- vs. ACS-Protokoll

Das TVT/LE-Protokoll verwendet höhere Initialdosen (Bolus 80 E/kg, Infusion 18 E/kg/h), da das therapeutische Ziel ein höheres Antikoagulationsniveau erfordert. Das ACS-Protokoll verwendet niedrigere Dosen (Bolus 60 E/kg max. 4.000 E, Infusion 12 E/kg/h max. 1.000 E/h), da Patienten gleichzeitig eine Thrombozytenaggregationshemmung erhalten und das Blutungsrisiko anders gehandhabt wird. Überprüfen Sie stets, welches Protokoll Ihre Einrichtung verwendet.

Adipositas und Dosierungsgewicht

Bei adipösen Patienten (BMI > 40) kann die Verwendung des tatsächlichen Körpergewichts zu supratherapeutischen Spiegeln und erhöhtem Blutungsrisiko führen. Einige Einrichtungen begrenzen das Dosierungsgewicht auf 150 kg; andere verwenden das angepasste Körpergewicht (IBW + 0,4 × Übergewicht). Es gibt keinen universellen Konsens — befolgen Sie Ihr institutionelles Protokoll und überwachen Sie die aPTT bei dieser Patientengruppe engmaschig.

🔑 Klinische Hinweise

  • Gewichtsbasierte Dosierung erreicht therapeutische aPTT in ~24 Stunden vs. ~48+ Stunden bei empirischer Dosierung.
  • Immer die Heparin-Beutelkonzentration bestätigen — am häufigsten 25.000 E/250 ml (100 E/ml), aber auch 25.000 E/500 ml (50 E/ml) wird verwendet.
  • Die aPTT-Reagenzempfindlichkeit variiert je nach Labor — Einrichtungen sollten ihren therapeutischen Bereich auf Anti-Xa 0,3–0,7 IE/ml kalibrieren.
  • Heparin pausieren und aPTT kontrollieren bei Blutungszeichen, Thrombozytopenie (HIT-Verdacht) oder aPTT > 90 s.
  • Übergang zu Warfarin oder DOAK wenn klinisch angemessen. Heparin und Warfarin für ≥5 Tage überlappen und bis INR ≥ 2,0 für ≥24 h.

Wichtige Referenzen

  • Raschke RA, Reilly BM, Guidry JR, et al. The weight-based heparin dosing nomogram compared with a „standard care" nomogram. Ann Intern Med. 1993;119(9):874–881.
  • Kearon C, Akl EA, Ornelas J, et al. Antithrombotic therapy for VTE disease: CHEST guideline. Chest. 2016;149(2):315–352.
  • Garcia DA, Baglin TP, Weitz JI, Samama MM. Parenteral anticoagulants: ACCP evidence-based clinical practice guidelines. Chest. 2012;141(2 Suppl):e24S–e43S.

Formel zuletzt überprüft: Februar 2026