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Warfarin-Dosisrechner

INR-basierte Warfarin-Dosisanpassung mit Initiierungsprotokoll, Medikamenten-/Nahrungsmittelinteraktionen und evidenzbasierter klinischer Orientierung.

INR-basierte Dosisanpassung

Aktueller INR-Wert aus dem Labor.
Gesamtdosis Warfarin pro Woche (z. B. 5 mg/Tag = 35 mg/Woche).
Geben Sie INR und aktuelle Wochendosis ein, um die Anpassung zu berechnen.
Empfohlene neue Wochendosis
Empfohlene Tagesdosis
Dosisänderung

Warfarin-Initiierung (Crowther-Protokoll)

INR-Kontrolle nach 2–3 Tagen der Anfangsdosis.
Geben Sie den INR an Tag 3 ein für die Dosisempfehlung.

Übersicht Initiierungsprotokoll

Tag5-mg-Protokoll10-mg-Protokoll
Tag 1–25 mg täglich10 mg täglich
Tag 3INR-Kontrolle → Dosisanpassung laut Algorithmus
Tag 4–5Anpassung nach INR; weitere Kontrollen
Tag 5–7INR-Kontrolle; therapeutischer Bereich angestrebt bis Tag 5–7

INR-Überwachungsplan

  • Initiierung (Tag 1–7): INR alle 2–3 Tage kontrollieren
  • Frühe Stabilisierung (Woche 1–4): INR alle 3–7 Tage kontrollieren
  • Stabile Dosis (Woche 4–12): INR alle 1–2 Wochen kontrollieren
  • Etablierte Therapie: INR alle 4–6 Wochen wenn stabil
  • Nach jeder Änderung: INR in 3–7 Tagen nachkontrollieren (neue Medikamente, Ernährungsumstellung, Dosisanpassung)

Haftungsausschluss: Nur zu Bildungszwecken. Kein Ersatz für die klinische Beurteilung. Die Warfarin-Dosierung ist hochindividuell — berücksichtigen Sie stets patientenspezifische Faktoren wie Alter, Genetik, Nieren-/Leberfunktion, Ernährungszustand und Begleitmedikation. Befolgen Sie die Antikoagulationsmanagement-Protokolle Ihrer Einrichtung.

Über dieses Tool

Was ist die Warfarin-Dosisanpassung?

Warfarin (Coumadin, Marcumar) ist ein Vitamin-K-Antagonist, der zur Prävention und Behandlung thromboembolischer Ereignisse eingesetzt wird, darunter Schlaganfall bei Vorhofflimmern, tiefe Venenthrombose (TVT), Lungenembolie (LE) und mechanische Herzklappenprothesen-Thrombose. Aufgrund der engen therapeutischen Breite und hochvariablen Pharmakokinetik muss die Dosierung individuell angepasst und durch regelmäßige INR-Kontrollen (International Normalized Ratio) gesteuert werden.

Wie die INR-basierte Dosisanpassung funktioniert

Der INR misst den Grad der Antikoagulation — ein höherer INR bedeutet stärkere Antikoagulation. Das Ziel ist es, den INR innerhalb eines Zielbereichs zu halten, der das Gleichgewicht zwischen Schlaganfall-/Thromboseprävention und Blutungsrisiko wahrt. Die meisten Indikationen zielen auf einen INR von 2,0–3,0; mechanische Herzklappen (insbesondere Mitralklappe) zielen auf 2,5–3,5. Bei Abweichung vom Zielbereich wird die wöchentliche Warfarin-Dosis prozentual angepasst, typischerweise um 5–20 %, je nach Ausmaß der Abweichung.

Wer braucht Warfarin-Dosisüberwachung?

Alle Patienten unter Warfarin-Therapie benötigen regelmäßige INR-Kontrollen. Dies ist besonders wichtig während der Einstellung (erste 1–4 Wochen), nach Dosisänderungen, bei Beginn oder Absetzen neuer Medikamente, während akuter Erkrankungen und bei signifikanten Ernährungsumstellungen. Patienten mit dem höchsten Instabilitätsrisiko sind ältere Patienten, Patienten mit Lebererkrankung, Herzinsuffizienz, Krebserkrankung oder multiplen interagierenden Medikamenten.

🔑 Klinische Hinweise

  • Time in Therapeutic Range (TTR) ist die zentrale Qualitätskennzahl — Ziel TTR >65 %. Bei niedrigerem TTR ggf. Umstellung auf ein DOAK erwägen.
  • Warfarin hat eine Halbwertszeit von 36–42 Stunden — Dosisänderungen benötigen 3–5 Tage bis zum neuen Steady State. INR nicht zu früh nach Anpassung kontrollieren.
  • Genetische Variabilität: CYP2C9-Langsammetabolisierer und VKORC1-Varianten benötigen möglicherweise 50–75 % niedrigere Dosen. Genotypisierung bei unerwarteter Empfindlichkeit erwägen.
  • Konsistenz statt Vermeidung: Patienten sollten Vitamin-K-reiche Lebensmittel nicht meiden, sondern eine gleichmäßige Ernährung beibehalten, damit die Warfarin-Dosis entsprechend kalibriert werden kann.
  • Der stärkste Interaktor ist Amiodaron — bei Beginn einer Amiodarontherapie die Warfarin-Dosis empirisch um 30–50 % reduzieren und INR in 3–5 Tagen kontrollieren.

Warfarin-Initiierung: Das Crowther-Protokoll

Das Crowther-Protokoll bietet evidenzbasierte Orientierung für die Warfarin-Einstellung. Eine 5-mg-Anfangsdosis wird für die meisten Patienten empfohlen, insbesondere ältere (>60), mangelernährte Patienten, Patienten mit Lebererkrankung oder Herzinsuffizienz und Patienten unter interagierenden Medikamenten. Eine 10-mg-Aufsättigungsdosis kann bei jüngeren, ansonsten gesunden Patienten ohne Risikofaktoren für Warfarin-Empfindlichkeit verwendet werden. Der INR sollte an Tag 3 kontrolliert und die Dosis nach einem Nomogramm angepasst werden.

Wann Alternativen zu Warfarin in Betracht ziehen?

DOAKs (Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban, Dabigatran) werden gemäß aktueller Leitlinien für nicht-valvuläres Vorhofflimmern und VTE bei den meisten Patienten gegenüber Warfarin bevorzugt. Warfarin bleibt das einzig geeignete Antikoagulans bei mechanischen Herzklappen, mittel- bis hochgradiger Mitralstenose und Antiphospholipid-Syndrom (triple-positiv). Ein Wechsel auf ein DOAK sollte erwogen werden, wenn die TTR dauerhaft unter 65 % liegt.

Wichtige Referenzen

  • Holbrook AM, et al. Systematic overview of warfarin and its drug and food interactions. Arch Intern Med. 2005;165(10):1095–1106.
  • Ageno W, et al. Oral anticoagulant therapy — ACCP Evidence-Based Guidelines. Chest. 2012;141(2 Suppl):e44S–e88S.
  • Stevens SM, et al. Antithrombotic therapy for VTE disease: CHEST Guideline Update. Chest. 2021;160(6):e545–e608.
  • Crowther MA, et al. A randomized trial comparing 5-mg and 10-mg warfarin loading doses. Arch Intern Med. 1999;159(1):46–48.
  • Witt DM, et al. Clinical pharmacy anticoagulation service outcomes. Chest. 2005;127(5):1515–1522.

Formel zuletzt überprüft: Februar 2026