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Albumin-Globulin-Quotient Rechner

Berechnen Sie den Albumin/Globulin-Quotienten aus Serumalbumin und Gesamteiweiß. Enthält berechneten Globulinwert, A/G-Quotient mit klinischer Interpretation und farbcodierten Hinweisen.

Eingaben

g/dL
g/dL
Albumin und Gesamteiweiß eingeben, um den A/G-Quotienten zu berechnen.

Haftungsausschluss: Nur zu Bildungszwecken. Kein Ersatz für klinisches Urteil.

Über dieses Tool

Was ist der Albumin-Globulin-Quotient?

Der Albumin-Globulin-Quotient (A/G-Quotient) vergleicht die beiden Hauptproteingruppen im Blutserum. Albumin, das von der Leber produziert wird, ist das häufigste Serumprotein und für die Aufrechterhaltung des onkotischen Drucks sowie den Transport verschiedener Substanzen verantwortlich. Globuline sind eine heterogene Gruppe, die Immunglobuline (Antikörper), Komplementproteine und Transportproteine umfasst. Der A/G-Quotient wird berechnet, indem Albumin durch Globulin geteilt wird, wobei Globulin durch Subtraktion von Albumin vom Gesamteiweiß ermittelt wird.

Wann ist der A/G-Quotient nützlich?

Der A/G-Quotient ist typischerweise Teil eines umfassenden Stoffwechselpanels (CMP) oder Leberfunktionspanels. Er dient als Screening-Tool für Erkrankungen, die das Serumprotein-Gleichgewicht verändern:

  • Lebererkrankungen: Die Leber produziert Albumin; Zirrhose und chronische Hepatitis verringern die Albuminsynthese und senken den A/G-Quotienten.
  • Nierenerkrankungen: Das nephrotische Syndrom verursacht Albuminverlust im Urin und senkt den Quotienten.
  • Immunstörungen: Autoimmunerkrankungen und chronische Infektionen erhöhen Immunglobuline (Globuline) und senken den Quotienten.
  • Malignome: Multiples Myelom und Morbus Waldenström produzieren monoklonale Proteine, die den Globulinspiegel dramatisch erhöhen.
  • Immundefizienz: Erkrankungen mit verminderter Immunglobulinproduktion (z. B. variables Immundefektsyndrom, bestimmte Leukämien) erhöhen den Quotienten.

Interpretation der A/G-Quotient-Ergebnisse

Ein normaler A/G-Quotient liegt bei etwa 1,1–2,5, was darauf hinweist, dass Albumin das vorherrschende Serumprotein ist. Werte zwischen 1,0 und 1,1 sind grenzwertig. Ein Quotient unter 1,0 ist eindeutig pathologisch und erfordert eine weitere Abklärung mit Serum-Protein-Elektrophorese (SPEP), Leberfunktionstests und renaler Diagnostik. Ein Quotient über 2,5 kann auf einen Immunglobulinmangel hinweisen.

🔑 Klinische Hinweise

  • Der A/G-Quotient ist ein abgeleiteter Wert — er ist nur so genau wie die zugrunde liegenden Albumin- und Gesamteiweißmessungen. Verschiedene Assay-Methoden (BCG vs. BCP für Albumin) können unterschiedliche Ergebnisse liefern.
  • Ein auffälliger A/G-Quotient sollte immer mit einer SPEP weiter abgeklärt werden, um die Proteinanomalie zu charakterisieren (polyklonale vs. monoklonale Erhöhung).
  • Bei Zirrhose sind sowohl Albumin (verminderte Synthese) als auch Globulin (erhöhte Immunglobuline durch portale Hypertension-bedingte Endotoxinämie) betroffen, was zu einem deutlich erniedrigten A/G-Quotienten führt.
  • Akute-Phase-Reaktionen (Operation, Trauma, Infektion) senken vorübergehend Albumin und erhöhen einige Globuline — für eine genaue Interpretation nach Abklingen des akuten Ereignisses erneut testen.

Schlüsselreferenzen

  • Burtis CA, Bruns DE. Tietz Fundamentals of Clinical Chemistry and Molecular Diagnostics. 7. Aufl. Elsevier; 2015. Kapitel 18: Aminosäuren, Peptide und Proteine.
  • UpToDate. Serum-Protein-Elektrophorese und Immunfixationselektrophorese. 2024.
  • Busher JT. Serum Albumin and Globulin. In: Walker HK, Hall WD, Hurst JW, Hrsg. Clinical Methods. 3. Aufl. Butterworths; 1990. Kapitel 101.

Formel zuletzt überprüft: Februar 2026