A-a-Gradient-Rechner
Alveolär-arterieller Sauerstoffgradient — hilft bei der Differenzierung von Hypoxämie-Ursachen.
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Haftungsausschluss: Nur für Bildungszwecke. Kein Ersatz für klinische Beurteilung.
Über dieses Tool
Was ist der A-a-Gradient?
Der alveolär-arterielle (A-a) Sauerstoffgradient ist die Differenz zwischen dem Sauerstoffpartialdruck in den Alveolen (PAO₂) und im arteriellen Blut (PaO₂). Er ist ein Maß für die Effizienz des Gasaustauschs über die alveolär-kapilläre Membran. Der A-a-Gradient hilft Klinikern bei der Unterscheidung zwischen pulmonalen und extrapulmonalen Ursachen einer Hypoxämie und ist damit ein grundlegendes Instrument in der Beurteilung von respiratorischem Versagen und Hypoxämie.
Wie wird er berechnet
Der A-a-Gradient wird als PAO₂ − PaO₂ berechnet, wobei PAO₂ aus der alveolären Gasgleichung abgeleitet wird: PAO₂ = FiO₂ × (Patm − PH₂O) − (PaCO₂ / R). Der respiratorische Quotient (R) wird mit 0,8 angenommen, und der Wasserdampfdruck (PH₂O) bei Körpertemperatur beträgt 47 mmHg. Bei Raumluft auf Meereshöhe: PAO₂ = 0,21 × (760 − 47) − (PaCO₂ / 0,8) = 149,7 − (PaCO₂ × 1,25). Der resultierende Gradient wird dann mit dem alterserwarteten Normwert verglichen: ca. (Alter/4) + 4 mmHg.
Klinische Bedeutung
Ein normaler A-a-Gradient bei einem hypoxämischen Patienten weist auf Hypoventilation (z. B. Opioid-Überdosierung, neuromuskuläre Erkrankung) oder niedrigen inspiratorischen Sauerstoff (Höhenlage) als Ursache hin. Ein erhöhter Gradient deutet auf ein Problem auf pulmonaler Ebene hin: V/Q-Mismatch (COPD, Lungenembolie, Pneumonie), Rechts-Links-Shunt (intrakardialer Shunt, schweres ARDS) oder Diffusionsstörung (Lungenfibrose). Der A-a-Gradient ist klinisch am nützlichsten bei Raumluft — er steigt bei höherer FiO₂ und sollte bei Patienten mit Sauerstoffzufuhr vorsichtig interpretiert werden.
🔑 Klinische Hinweise
- Ein normaler A-a-Gradient bei Raumluft schließt eine signifikante pulmonale Parenchymerkrankung als Ursache der Hypoxämie aus.
- Bei Lungenembolie ist der A-a-Gradient fast immer erhöht, aber ein normaler Gradient schließt eine LE nicht definitiv aus.
- Das PaO₂/FiO₂-Verhältnis (P/F-Ratio) wird auf der Intensivstation oft wegen seiner Einfachheit bevorzugt; der A-a-Gradient bietet mehr Genauigkeit.
- In der Höhe den Patm entsprechend reduzieren — Denver (~1600 m) ≈ 630 mmHg, Mexiko-Stadt (~2200 m) ≈ 580 mmHg.
Wichtige Referenzen
- Malley WJ. Clinical Blood Gases: Assessment & Intervention. 2. Aufl. Saunders, 2005.
- Harris EA, et al. The normal alveolar-arterial oxygen-tension gradient in man. Clin Sci Mol Med. 1974;46(1):89-104.
- Kanber GJ, et al. The alveolar-arterial oxygen gradient in young and elderly subjects breathing room air. J Gerontol. 1968;23:174-177.
Formel zuletzt überprüft: Februar 2026