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Vorratsdauer-Rechner

Berechnen Sie die Vorratsdauer (Reichweite) für jedes Medikament — Tabletten, Säfte, Cremes, Insulin oder Inhalatoren. Mit Standardformeln, voraussichtlichem Enddatum und Nachfülltiming.

Rechner

Tabletten/Kapseln
Tablette(n)
Wählen Sie die Darreichungsform und geben Sie Werte ein.

⚠ Rundungsregel: Die Vorratsdauer wird immer ABGERUNDET. Ein angebrochener Tag zählt nicht als voller Therapietag.

Haftungsausschluss: Nur zu Bildungs- und Referenzzwecken. Überprüfen Sie Berechnungen immer mit Ihrer Apothekensoftware und den geltenden Vorschriften.

Über dieses Tool

Was ist die Vorratsdauer?

Die Vorratsdauer (auch Reichweite genannt) gibt die geschätzte Anzahl an Tagen an, die ein abgegebenes Medikament bei verordnungsgemäßer Einnahme reicht. Sie ist eine der wichtigsten Berechnungen in der Apothekenpraxis und wird bei jeder Rezeptabrechnung benötigt. Eine genaue Berechnung der Vorratsdauer stellt sicher, dass Patienten rechtzeitig Nachschub erhalten, verhindert zu frühe oder zu späte Nachfüllungen und ist unerlässlich für die Überwachung von Betäubungsmitteln.

So berechnen Sie die Vorratsdauer — Schritt für Schritt

Das Grundprinzip ist einfach: Teilen Sie die abgegebene Gesamtmenge durch den täglichen Verbrauch. Bei Tabletten und Kapseln teilen Sie die Gesamtanzahl durch (Tabletten pro Dosis × Dosen pro Tag). Bei flüssigen Medikamenten teilen Sie das Gesamtvolumen in mL durch (mL pro Dosis × Dosen pro Tag). Bei topischen Präparaten teilen Sie die Tubengröße in Gramm durch (Gramm pro Anwendung × Anwendungen pro Tag). Bei Insulin teilen Sie die Gesamteinheiten durch die Tagesdosis. Bei Inhalatoren teilen Sie die Gesamthübe durch (Hübe pro Dosis × Dosen pro Tag).

Warum immer abrunden?

Die universelle Regel in der Pharmazie ist, die Vorratsdauer immer ABZURUNDEN. Ergibt eine Berechnung 30,7 Tage, beträgt die Vorratsdauer 30, nicht 31 Tage. Der Patient hat nicht genug Medikament für einen vollständigen 31. Therapietag. Aufrunden würde die Versorgungsdauer überschätzen und könnte zu einer verspäteten Nachfüllung führen.

Besonderheiten

Bedarfsmedikation: Wird ein Medikament bei Bedarf verordnet, wird die Vorratsdauer anhand der maximalen zulässigen Tagesdosis berechnet. So wird die kürzestmögliche Vorratsdauer ermittelt und sichergestellt, dass der Patient auch bei maximaler Nutzung rechtzeitig Nachschub erhält.

Insulin-Verfall: Angebrochene Insulinflaschen und -pens haben ein Verfalldatum (typischerweise 28 Tage für die meisten Produkte, bei manchen wie Levemir 42 Tage und Toujeo 56 Tage). Auch wenn die berechnete Vorratsdauer diesen Zeitraum überschreitet, sollte die tatsächliche Vorratsdauer auf die Verfallsfrist begrenzt werden.

Betäubungsmittel: Eine genaue Vorratsdauer ist besonders wichtig für kontrollierte Substanzen, da Überwachungsprogramme diesen Wert nutzen, um überlappende Verschreibungen und potenziellen Missbrauch zu erkennen.

🔑 Pharmazeutische Hinweise

  • Prüfen Sie die Dosierung sorgfältig — „1-2 Tabletten" bedeutet für die Berechnung 2 (Maximalverbrauch).
  • Bei kombinierten Frequenzen wie „alle 4-6 Stunden bei Bedarf" den häufigeren Intervall verwenden (alle 4 Stunden = 6× täglich).
  • Augentropfen: 1 Tropfen ≈ 0,05 mL. Eine 5-mL-Flasche ≈ 100 Tropfen. Vorratsdauer = verfügbare Tropfen ÷ Tropfen pro Tag.
  • Priming-Dosen bei Inhalatoren (1–4 Hübe bei neuem Inhalator) werden in der Regel nicht von der Vorratsdauer abgezogen.
  • Bei ausschleichender Dosierung (z. B. Prednisolon) alle Tage über alle Stufen addieren.

Referenzen

  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) — Richtlinien zur Arzneimittelabgabe.
  • Arzneimittelgesetz (AMG) — Vorschriften zur Abgabe und Dokumentation.
  • Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) — Abgabebestimmungen.

Formel zuletzt überprüft: Februar 2026